Die ABC-Analyse wurde erstmals 1951 vom amerikanischen Manager H. Ford Dickie von General Electric beschrieben (Dickie, H. Ford: ABC Inventory Analysis Shoots for Dollars, not Pennies, in: Factory Management and Maintenance, July, 1951, Vol. 109, pp. 92–94).Er ließ seine neue Methode auf dem 80-20-Prinzip von Pareto basieren und kombinierte sie mit der grafischen Darstellung in Form einer Lorenz-Kurve. Die Methode dient in ihrem Ursprung der Reduzierung von Lagerkosten im Bereich der Materialwirtschaft. Aufgrund der universellen Prinzipien kann sie in vielen unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden.

Für die Durchführung einer ABC-Analyse muss ein quantifiziertes Kriterium vorhanden sein. Wird die Analyse für nicht-quantifizierbare Daten durchgeführt, z.B. zur Priorisierung von Aufgaben nach “wichtig / weniger wichtig / unwichtig”, erfolgt die Einteilung oft intuitiv.

Kurzdefinition

Die ABC-Analyse ist eine Methode zur Entscheidungsfindung durch Einteilung in drei Klassen (wichtig, weniger wichtig, unwichtig). Sie basiert auf dem Pareto-Prinzip und hilft dabei, den Blick auf das Wesentliche zu lenken, um Schwerpunkte für das weitere Vorgehen zu setzen. Ziel der Analyse ist es häufig, die wichtigsten Leistungserbringer zu identifizieren, um sie mit geeigneten Maßnahmen steuern oder pflegen zu können. Gleichzeitig werden diejenigen Objekte identifiziert, die nur wenig zum Gesamterfolg beitragen, um unnötigen Aufwand zu reduzieren.

Einsatzmöglichkeiten

Die ABC-Analyse kann immer dann zum Einsatz kommen, wenn eine große Anzahl von Daten geordnet oder klassifiziert werden soll, um die bedeutsamsten Objekte zu identifizieren. Die ABC-Analyse stammt aus der Materialwirtschaft und kann auf beliebige Objekte angewendet werden, wenn Prioritäten gesetzt werden müssen, z.B. bei Produkten, Problemen, Risiken, Aufgaben oder Prozessen. Zur Priorisierung wird ein zuvor definiertes Kriterium genutzt, wie Umsatz oder Bestellmengen.

Die ABC-Analyse dient zur Vorbereitung von Entscheidungen und zur Planung operativer und strategischer Maßnahmen. Anwendungsbeispiele für die ABC-Analyse sind unter anderem:

  • Identifikation der wirtschaftlichsten Produkte im Sortiment
  • Identifikation der wichtigsten Kunden abhängig von ihrem Umsatz
  • Identifikation der wichtigsten Lieferanten
  • Klassifizierung von Projekten in einem Portfolio zur Vergabe von Finanzmitteln und Ressourcen
  • Priorisierung der Aufgaben im Zeitmanagement, um den Projektfortschritt zu beschleunigen
  • Bewertung von Mitarbeitern im Personalmanagement

Vorteile

  • Die Priorisierung lenkt den Blick auf das Wesentliche.
  • Die Komplexität großer Datenmengen wird durch die Einteilung in nur drei Klassen reduziert.
  • Die Methode ist einfach anwendbar und benötigt keine besondere Einarbeitung.
  • Die Ergebnisse können übersichtlich grafisch dargestellt werden.
  • Die Methode ist flexibel und kann in vielfältigen Situationen eingesetzt werden.

Nachteile / Risiken / Grenzen

  • Die Einteilung in nur drei Klassen kann für bestimmte Problemstellungen zu grob gewählt sein. Dieser Nachteil kann durch Definition eigener Klassen eliminiert werden.
  • Die Klassenbildung geschieht willkürlich und muss nicht zwingend zur Situation passen.
  • Die Einstufung hängt von nur einem Kriterium ab und vereinfacht damit die Fragestellung extrem.
  • Die ABC-Analyse betrachtet keine zukünftigen Potenziale, sondern lediglich die Ist-Situation.

Voraussetzungen

Die Daten müssen quantifizierbar sein.
Bei großen Datenmengen müssen Infrastruktur und Fähigkeit zu ihrer Verarbeitung gegeben sein.

Ergebnisse

Bewertete Daten in A-, B- und C-Klassen
Identifizierte Schwerpunkte für Rationalisierungen
Einsparpotentiale, um unrentable Anstrengungen zu vermeiden
Grafische Darstellung in Form einer Lorenz-Kurve

Quelle:

https://de.wikipedia.org/wiki/ABC-Analyse

https://www.projektmagazin.de/search/apachesolr_search/abc%20analyse